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Sebastian Hage: Professional Coach & Mentor für Bewusstes Leben, Diplom-Ingenieur, Minimalist, Weltenbummler …

Seit einigen Jahren lebe und arbeite ich ortsunabhängig zwischen verschiedenen Ländern und Kontinenten. Ich liebe das Eintauchen in andere Kulturen, gute Gespräche, eine minimalistische Lebensweise, existenzielle Philosophie und die großen Fragen des Lebens. Eine Frage fasziniert mich dabei besonders:

Wie gelingt ein gutes und erfülltes Leben, sodass wir am Ende sagen können: „Ich habe mein Leben wirklich gelebt.“

Genau deshalb begleite ich heute Menschen, die spüren, dass sie sich irgendwo auf ihrem Weg verlaufen haben. Menschen, die nach außen eigentlich ein erfolgreiches Leben führen und trotzdem merken, dass etwas fehlt. Die sich erschöpft, orientierungslos oder innerlich leer fühlen und nach einem Leben sehnen, das sich wieder leicht, lebendig und vor allem nach ihrem eigenen anfühlt. Im Laufe der Zeit haben sich dabei folgende Themen herauskristallisiert:

  • Identität & persönliche Transformation – Wer bin ich wirklich?
  • Sinn & Neuorientierung – Was ist mir wichtig?
  • Freiheit & Authentizität – Wie möchte ich leben?
  • Innere Blockaden & alte Muster – Was hält mich zurück?

Wer ich heute bin, entstand nicht aus Erfolg — sondern aus Verlust, Druck und der Suche nach mir selbst.

Wenn Menschen mich heute kennenlernen, sehen sie oft jemanden, der frei wirkt. Jemanden, der viel reist, sein eigenes Leben lebt und scheinbar genau weiß, wer er ist. Doch lange Zeit bestand mein Leben vor allem aus Leistung, Anpassung und dem Versuch, Kontrolle über etwas zu gewinnen, das sich eigentlich gar nicht kontrollieren lässt: das Leben selbst.

Frühe Jahre – und der Moment, in dem alles zerbrach

Ich bin sehr behütet aufgewachsen. 90er-Jahre-Kindheit. Großes Familienanwesen, Garten, Pool, Blick über die Stadt. Basketball und Zeichnen waren meine Hobbys. Es war eine sehr unbeschwerte Zeit, bis plötzlich nichts mehr war wie vorher. Mit etwa 13 Jahren erkrankte mein Vater an Krebs und ich erlebte hautnah, wie zermürbend der Kampf ums Überleben sein kann. Fast zeitgleich wurde bei mir ein seltener erblich bedingter Gendefekt festgestellt, der unbehandelt frühzeitig zum Tod führt. Von heute auf morgen wurde ich mit etwas konfrontiert, das eigentlich viel zu groß für einen Jugendlichen ist: der eigenen Vergänglichkeit. Von da an gehörten jährliche Kontrollen und das ständige Bangen um die eigene Gesundheit zur Normalität. Ein Jahr später verlor ich meine Oma an Krebs, kurz darauf meinen Vater. Er wurde nur 47 Jahre alt. Zwei Jahre später starb auch noch meine zweite Oma. Bevor ich 18 wurde, stand ich bereits fünfmal auf dem Friedhof. Während andere Jugendliche langsam herausfanden, wer sie sein wollten, lernte ich vor allem eines: Das Leben ist zerbrechlich und unberechenbar. Und das Überleben etwas mit Stärke zu tun hat. Wer zu schwach ist, geht daran zugrunde. Leben war für mich plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr, eher war es wie eine Sanduhr, die jederzeit ablaufen konnte. Und weil ich lernen musste, irgendwie mit all dem umzugehen, entwickelte mein Körper unbewusst eine Strategie:

Stark sein. Nicht jammern. Gefühle zurückstellen. Kontrolle behalten. Weitermachen.

So saß ich eine Woche nach dem Tod meines Vaters wieder in der Schule. Es funktionierte. Ich funktionierte. Und ohne es zu merken, begann ich meinen Wert darüber zu definieren, was ich leistete, wie stark ich war und was ich dadurch erreichen konnte. Meine Devise damals: Das Leben ist kurz. Also mach etwas daraus!

Leistung als Flucht

Schule interessierte mich nie besonders. Basketball war mein Ventil. Schuhe, Design und Innovation wurden irgendwann meine Welt. Über Umwege studierte ich Schuhtechnik und landete nach ein paar Jahren stetiger Karriere schließlich als erster Schuhspezialist bei dem damals noch kleinen Start-up On in der Schweiz. Die Firma wuchs explosionsartig – und ich mit ihr. Schnell machte ich mir durch meinen Ehrgeiz und meine hohen Ansprüche einen Namen. Ich arbeitete mit den Gründern an preisgekrönten Produkten, entwickelte Modelle, die weltweit verkauft wurden, und erlebte hautnah den Aufstieg einer Marke, die heute international bekannt ist. Als On an die Börse ging, hing eines dieser Modelle, für das ich die Verantwortung hatte, in überdimensionaler Größe an der Wall Street in New York. Alle trugen unsere Schuhe. Und ich war der Typ, von dem Familie und Freunde stolz erzählten: „Er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.“

Doch mit dem Wachstum der Firma wuchs auch der Druck. Mehr Verantwortung. Mehr Menschen. Mehr Erwartungen. Das Klima wurde rauer und um mich herum schmissen regelmäßig Kollegen das Handtuch oder landeten im Burnout. Und ich? Ich machte das, was ich schon als Kind gelernt hatte, wenn es schwierig wurde: Ich funktionierte. Getrieben von meinem Ehrgeiz und einer auf High Performance ausgelegten Firmenkultur dachte ich vor allem rational und interessierte mich in erster Linie für Ergebnisse. Ich behandelte andere Menschen oft genauso, wie ich auch mit mir selbst umging: anspruchsvoll, leistungsorientiert und mit wenig Raum für Emotionen oder individuelle Bedürfnisse. Nach und nach ordnete ich dem Job nahezu alles unter. Beziehungen zerbrachen. Freundschaften wurden oberflächlicher. Meine Welt wurde kleiner. Und irgendwann konnte ich kaum noch unterscheiden, wo On aufhörte und ich selbst begann.

Nach außen hatte ich alles: Erfolg. Anerkennung. Finanzielle Sicherheit. Doch innerlich wurde ich immer leerer.

Je stärker ich versuchte, alles zusammenzuhalten, desto schlechter wurden die Ergebnisse. Als man mir schließlich ohne Vorwarnung eine berufliche Veränderung nahelegte, brach für mich nicht nur das Bild meiner Karriere zusammen. Sondern auch das Bild, das ich bis dahin von mir selbst hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben merkte ich: Die Strategie, die mich so weit gebracht hatte, funktionierte nicht mehr.

Der Wendepunkt

Dann kam Covid. Drei Wochen lang lag ich mit unerwartet starken Symptomen alleine in meiner gerade neu bezogenen Wohnung. Zwischen Umzugskartons. Auf einer Matratze auf dem Boden. Komplett isoliert. Ohne Perspektive. Ich starrte an die Decke und plötzlich war da diese eine Frage:

„Wenn das heute das Ende wäre – habe ich mein Leben wirklich gelebt?“

Diese Frage traf mich härter als alles zuvor. Denn zum ersten Mal wurde mir klar, dass ich zwar erfolgreich geworden war mit dem, was ich seit meiner Jugend liebte – aber eigentlich keine Ahnung hatte, wer ich jenseits all dessen bin. Wer sich hinter der Rolle des erfolgreichen Diplom-Ingenieurs und Product Managers verbirgt. Und was von mir übrig bleibt, wenn all das plötzlich wegfällt. Was war der Sinn von alledem? Wie geht ein unbeschwertes Leben? Und warum war ich nie wirklich zufrieden? Ich hatte immer funktioniert. Immer geleistet. Immer gemacht, was logisch erschien. Was Eltern, Lehrer oder der Staat von mir erwarteten. Aber wirklich gelebt? Nicht wirklich. Also traf ich eine Entscheidung, die mein komplettes Leben verändern sollte. Ich beantragte ein Sabbatical und ließ alles hinter mir. Ohne Verhandlungen für einen Wiedereinstieg. Ohne Plan B. Elf Monate später war es soweit. Ich übergab mein Team an meinen Nachfolger und machte mich auf den Weg. Einen Weg zu mir selbst.

Die Reise, die alles verändern sollte

Ohne feste Reiseroute vertraute ich erstmal einem Freund und flog mit ihm nach Brasilien. Drei Tage später lernte ich zu Silvester an der Copacabana eine Brasilianerin kennen. Zwei Wochen später lernte ich Portugisisch und zog zu ihr – in eine Miniwohnung in einer Favela, mitten in Rio, 265 Treppenstufen über der Stadt. Inklusive bewaffneter Wachposten, streunender Hunde und brasilianischen Funk-Bässen in den verwinkelten Gassen. Und genau dort passierte etwas, das mein Weltbild komplett auf den Kopf stellte. Ich traf Menschen, die objektiv viel weniger hatten als wir in Europa und trotzdem irgendwie lebendiger, freier und zufriedener wirkten. Menschen, die trotz schwieriger Umstände eine Gelassenheit, Zuversicht und Lebensfreude ausstrahlten, die ich so überhaupt nicht kannte. Während wir uns in der Heimat oft durch den Alltag hetzen, starr irgendwelchen Plänen folgen, uns ständig optimieren und gegen alle möglichen Risiken absichern, machten sich die Menschen dort kaum Sorgen um Morgen oder Übermorgen.

Sie lebten einfach – im Hier und Jetzt – und genossen das Leben, wo sie nur konnten.

Ganz nach Senecas „Wer wenig begehrt, ist reich“ gab es keine großen Pläne. Keine übermächtigen Lebensziele. Kein ständiges Streben nach mehr. Man arrangierte sich mit dem, was da war. Und vermisste erstaunlich wenig. Fehlte etwas, fragte man den Nachbarn. Kein Strom? Dann eben Kerzen. Kein Wasser? Dann eben 20-Liter-Gallonen aus dem Supermarkt. Für jedes Problem gab es eine Lösung und – jeder half jedem. Das war für jemanden, der wenige Wochen zuvor noch in seiner geschniegelten, mit italienischen Designermöbeln ausgestatteten Zürcher Wohnung saß und keinen einzigen Nachbarn mit Namen kannte, gleichermaßen beeindruckend wie verstörend. Es passte einfach nicht in mein Weltbild. Wir Europäer haben fast alles. Und trotzdem scheint es nie genug zu sein. Wir leben im Überfluss und verhalten uns oft so, als stünde der Weltuntergang vor der Tür. Dort schien man etwas verstanden zu haben: Dass Vertrauen in das Leben, Gelassenheit gegenüber dem, was kommt, und die Fähigkeit, mit wenig zufrieden zu sein, wertvoller sind als das ständige Streben nach mehr. Mehr Sicherheit. Mehr Erfolg. Mehr Status. Noch mehr Geld.

Diese Zeit hat mich tief verändert. Und wenn ich doch einmal typisch deutsch unterwegs war, und mir wegen irgendwelcher Kleinigkeiten Sorgen machte, erinnerte mich meine brasilianische Freundin einfach daran, dass ich gesund war, ein Dach über dem Kopf hatte, genug zu essen, Freunde, Familie und obendrein noch eine Menge Geld. Und dann stellte sie mir eine Frage, die mich bis heute begleitet: „Welche echten Probleme hast du eigentlich jetzt, in diesem Moment?“

Die Wahrheit hinter meinem Antrieb

Insgesamt bereiste ich während meiner Auszeit 15 Länder und reiste dabei einmal quer um den Globus. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich keinen Plan. Kein Ziel. Keine Rolle. Keine Erwartungen. Und genau dadurch begann ich langsam, mich selbst kennenzulernen. Weil mir aber weder das Reisen noch Bücher über Persönlichkeitsentwicklung die Antworten gaben, die ich suchte, entschied ich mich für ein intensives Coaching über mehrere Monate. Und plötzlich machte alles Sinn. Ich verstand, warum ich so lange getrieben gewesen war. 

Die ständige Konfrontation mit Krankheit und Vergänglichkeit hatte in mir schon früh die Angst erzeugt, nicht genug Zeit zu haben. Die Angst vor einem zu frühen Tod und einem ungelebten Leben.

Gleichzeitig hatte ich tief in mir das Gefühl entwickelt, nicht normal – nicht in Ordnung zu sein. Gesunder Selbstwert sieht anders aus. Also lief ich ein Rennen gegen die Zeit. Ich wollte möglichst viel erreichen, keine Chancen verpassen und mir früh die Freiheit erkaufen, das Leben wenigstens einmal voll auszukosten, bevor es zu spät ist. Denn wer will schon bis zur Rente arbeiten, wenn man vielleicht gar nicht so alt wird? Und weil ich glaubte, dafür nicht einfach nur gut sein zu dürfen, versuchte ich unbewusst, perfekt zu sein. Was mir dabei half, war dieselbe Strategie, die mich schon als Kind durch schwere Zeiten gebracht hatte: Stark sein. Nicht jammern. Gefühle zurückstellen. Kontrolle behalten. Weitermachen. Aber genau diese Strategie, die mich zunächst erfolgreich machte, sorgte später dafür, dass ich mich immer weiter von mir selbst und meinen Mitmenschen entfernte. Es ging längst nicht mehr nur um einen Job oder um Karriere. Meine Identität und mein Selbstwert waren an Leistung und Erfolg geknüpft. Solange ich erfolgreich war, fühlte ich mich wertvoll. Solange ich Ergebnisse lieferte, glaubte ich, Kontrolle zu haben. Und Kontrolle gab mir Sicherheit. Das Gefühl, dem Leben einen Schritt voraus zu sein. Doch kein Erfolg der Welt kann ein Problem lösen, das eigentlich nach etwas ganz anderem verlangt. Nicht nach mehr Leistung. Nicht nach mehr Anerkennung. Nicht nach mehr Geld. Sondern nach Selbstannahme. Vertrauen. Und der Bereitschaft, die Kontrolle über etwas loszulassen, das sich ohnehin nicht kontrollieren lässt: Das Leben und die eigene Vergänglichkeit.

Warum ich Coach & Mentor wurde

Auf meinen Reisen begegnete ich immer wieder Menschen, die sich an einem Scheideweg befanden. Menschen, die eigentlich alles richtig gemacht hatten. Und trotzdem spürten sie, dass etwas nicht mehr stimmte. Dass sie sich irgendwo auf ihrem Weg verlaufen hatten. Manche waren einfach unzufrieden und brauchten Abstand von ihrem Leben zuhause, andere standen vor einer wichtigen Entscheidung. Wieder andere hatten bereits viel erreicht und trotzdem waren sie nicht wirklich zufrieden oder erfüllt. Alle waren auf der Suche. Nach Antworten. Nach Sinn. Nach sich selbst. Doch egal, wie weit man reist – man nimmt sich und seine Identität immer mit.

Was oft mit belanglosen Gesprächen begann, entwickelte sich schnell zu einem tiefgründigen Austausch über Träume, Wünsche, Bedürfnisse, Ängste, Blockaden und die großen Fragen des Lebens.

Ich merkte, dass ich vieles davon selbst durchlebt hatte. Und erkannte, wie sehr mir die Arbeit an mir selbst geholfen hatte, die Klarheit und das Vertrauen zu entwickeln, nach denen sie eigentlich suchten. Diese Gespräche schienen etwas in ihnen zu bewirken. Nicht, weil ich perfekte Antworten hatte. Sondern weil ich die richtigen Fragen stellte. Fragen, die sie tief ins Nachdenken brachten. Fragen, die neue Perspektiven eröffneten und etwas in ihnen auslöste. Irgendwann wurde mir klar, dass mir genau diese Momente mehr gaben als das, was ich jemals zuvor erreicht hatte. Denn plötzlich ging es nicht mehr nur um Produkte. Sondern um Menschen.

Mein Leben heute – nicht perfekt, aber echt

Heute begleite ich meine Klienten dabei, sich selbst wieder näherzukommen und bewusst ein Leben zu gestalten, das ihnen wirklich entspricht. Im Kern geht es dabei immer um Einfachheit, Freiheit und Authentizität. Das Reisen spielt dabei bis heute eine wichtige Rolle für mich. Ich habe nie damit aufgehört und pendle regelmäßig zwischen verschiedenen Ländern und Kontinenten. Ich liebe es, ortsunabhängig zu arbeiten und mein Leben bewusst nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Nicht perfekt. Dafür aber echt. 

Die wichtigste Erkenntnis meiner Reise war nie, wer ich werden möchte. Sondern wer ich bin, wenn ich aufhöre, jemand sein zu müssen. Denn genau dort beginnt bewusstes Leben, wirkliche Freiheit und Authentizität. Und vielleicht lohnt es sich, dir diese drei Fragen einmal selbst zu stellen:

  • Wer bist du wirklich – jenseits aller Rollen und Erwartungen?
  • Was davon in deinem Leben fühlt sich wirklich nach dir an – und was ist eher Anpassung?
  • Und was müsste sich verändern, damit du eines Tages sagen kannst:

„Ich habe mein Leben wirklich gelebt.“